Der Bericht des Journalisten George Orwell, der später durch sein Buch „1984“ weltberühmt wurde, gibt ein gutes Bild vom Spanien während der Zeit des Bürgerkrieges ab. In weiten Teilen spielt das Buch gar nicht in Katalonien, sondern in Aragonien, wo Orwell stationiert war. Orwell berichtet in Mein Katalonien: Bericht über den Spanischen Bürgerkrieg
von seinen Erfahrungen als Freiwilliger der Internationalen Brigade, die auf Seiten der Republikaner im spanischen Bürgerkrieg kämpften. Das Buch ist nur bedingt ein Bericht über den historischen Kriegsverlauf. Orwell schreibt vielmehr (für meinen Geschmack recht kurzweilig, wenn man das bei diesem Thema sagen darf) über das Chaos der ersten Tage in Barcelona, wo die Truppen mehr schlecht als recht ausgestattet wurden – immerhin hatten sie genug Brot, um sich satt essen zu können, während grosse Teile der Bevälkerung hungerten. Später an der Front in Aragonien litt Orwell vor allem unter der Kälte – und der Langeweile. Die Stellungen der Falange lagen so weit entfernt, dass es zu richtigen Gefechten nur selten kam, die meiste Zeit schlugen die Freiwilligen Zeit tot. Mir hat das Buch vor allem deshalb gefallen, weil es die Sinnlosigkeit des Krieges illustriert, und wie zufällig und beiläufig der Tod oft stattfindet. Nichtsdestotrotz erfährt man auch eine ganze Menge zur Zeitgeschichte, zur Landschaft und natürlich zum spanischen Bürgerkrieg.
George Orwell: Mein Katalonien
März 6, 2009 von reisehandbuchchile